Martin

19. November 2009 at 21:37 (Uncategorized) (, , , , , )

Gestern Abend war ich noch mit Lissi und Martin auf unserem Dachboden. Wir haben einfach ein bisschen gechillt und geraucht, zumindest ich und Martin. Lissi würde nie eine Zigarette in die Hand nehmen. Sie ist so vernünftig, das ich mich manchmal frage warum wir uns eigentlich so gut verstehen. Aber wie sagt man? Gegensätze ziehen sich an. Martin ist ein guter Kumpel mit dem man Pferde stehlen kann, aber ohne Lissi fühle ich mich nicht komplett. Naja jedenfalls ist Lissi dann irgendwann schlafen gegangen, und Martin und ich wollten noch zuende rauchen. Wir haben dann noch eine ganze Zeit da oben verbracht. Ich hatte das Gefühl, das er mich garnicht gehen lassen wollte. Er fing immer neue völlig belanglose Gespräche an, dabei war das nie seine Art.
Dann irgendwann hat er mich eingeladen zu einem Konzert im „Tower“. Das ist das Jugendzentrum hier in der Stadt. Es steht etwas außerhalb und war früher wohl irgendeine Art Wach- und Verteidigungsturm. Er steht in einem Waldstück auf einem Berg, oder Hügel. Er ist aus Sandstein und wohl schon ziemlich Alt. Erbaut wurde er 1143 und ist von außen quasi unverändert. Innen ist das Jugendzentrum auf mehrere Etagen verteilt und mit engen, steilen Treppen verbunden. Konzerte finden im Winter im Erdgeschoss und im Sommer manchmal auf der Dachterrasse statt. Das muss schon geil sein. Bisher war ich aber noch nie zu einem Konzert da. Bin ja noch zu jung :p
Naja, nun hat er mich eingeladen. Er würde mich schon irgendwie rausgeschmuggelt kriege, sagt er. Das würde auch sicher klappen. Damit habe ich auch kein so großes Problem. Ich mache mir eher Sorgen darum wie Martin sich in letzter Zeit mir gegenüber verhält. Ich finde ihn einen klasse Kumpel, aber mehr ist da nicht, und ich denke er empfindet schon mehr. Andererseits habe ich große Angst davor wenn ich mich mal verliebe, was dann mit mir passiert? Werde ich meinen Phoenix unter Kontrolle halten können? Auch wenn das jetzt gemein klingt, aber Martin wäre der Ideale Test, zumindest für die ersten Versuche. Ich habe noch nie einen Jungen geküsst. Nicht das sich schon mal die Gelegenheit ergeben hätte, wie schon erwähnt ich bin da eher ein Außenseiter. Aber auch wenn sie sich ergäbe, wüsste ich nicht was ich machen sollte. Wenn die Erzählungen der anderen Mädchen auch nur Halbwegs wahr sind, dann passiert da einiges unkontrolliertes mit dem Körper und das kann ich nicht riskieren. Bei Martin hätte ich wenigstens jemanden, der zumindest weiß das ich „irgendwie anders“ bin. Er weiß zwar nichts konkretes über meinen Phoenix, aber es ließ sich ja nicht vermeiden das er schon die eine oder andere Seltsamkeit mitbekommen hat. Aber er fragt da auch nicht nach, das schätze ich sehr an ihm. Er ist zwar äußerlich ein vorlauter Typ, der sich nichts aus der Meinung anderer macht, aber er stellt keine Erwartungen an mich ihn aufzuklären, wenn mal wieder etwas seltsames passiert ist. Wie z.B. neulich als wir in der Stadt waren und ich meinte diesen seltsamen Mann aus Münster gesehen zu haben. Da bin ich so nervös geworden, das mein Phoenix richtig heiß wurde. Da ich mit dem Rücken an Martin gelehnt saß, habe ich ihn beinahe verbrannt. Jeder andere wäre schreiend weggelaufen, oder hätte zumindest gefragt was da dann nur passiert sei. Aber nicht Martin. Er sagte nur „Du bist ja mal wieder eine heiße Braut“ lachte dabei und wechselte dann das Thema, bevor ich überhaupt irgendwas dazu sagen konnte. Er weiß schon das da etwas sehr seltsames vor sich geht, er ist ja nicht Dumm. Aber er weiß auch das ich da ungern drüber spreche und so versucht er mich garnicht erst in die Verlegenheit zu bringen. Das ist schon toll.
Naja jetzt muss ich überlegen ob ich Samstag Abend mit ihm in den Tower gehe…..

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Die Zeichnung

13. November 2009 at 19:00 (Uncategorized) (, , , , , )

Die Zeichnung des Mannes hat Klaus angefertigt. Er war der Mann der ihm gesagt hatte wo er mich hinbringen sollte. Seid dem ich in Münster war, bin ich natürlich sehr viel Aufmerksamer geworden, und ich habe das Gefühl das ich beobachtet werde. Vielleicht habe ich auch nur Verfolgungswahn. Beides würde mich nicht wundern. Mir fallen jetzt eben immer mal wieder Autos mit getönten Scheiben auf die an der Straße vor dem Internat stehen, und als ich gestern nach dem Unterricht in mein Zimmer ging war das Fenster offen, dabei war ich mir absolut sicher, das ich es nicht geöffnet hatte. Ich lief schnell zum Fenster aber sah unten nur den Hausmeister beim stutzen der Büsche unter meinem Fenster. Der wird hier ja kaum runter gesprungen sein, immerhin ist mein Zimmer im 3. Stock.
Ich habe Lissi das meiste von dem erzählt, was ich erfahren habe, nur das mit dem seltsamen Mann nicht, und das Frau Breitenbach angst vor mir hatte.
Lissi sagt ich solle mich nicht so sehr in die Sache rein steigern. Sie finde es gut, das ich mehr über meine Vergangenheit erfahren möchte, aber ich solle es nicht überstürzen.
Sie macht sich wirklich Sorgen um mich. In den letzten Nächten habe ich mehrmals mitbekommen das sie das Licht angemacht und nachgesehen hat, ob ich in meinem Bett liege.
Vorhin wurde sie von ihrem Vater abgeholt, er fragte sogar ob ich wieder mitkommen wolle. Das hat mich wirklich überrascht. Zum Glück hat er nichts von meinem nächtlichen Ausflug mitbekommen. Ich habe aber abgesagt, da ich dieses Wochenende erstmal dazu nutzen möchte die neuen Informationen zu ordnen und zu entscheiden wie ich nun weiter mache.
Ach, ich vermisse Lissi jetzt schon wieder, dabei ist sie gerade 1 Stunde weg, und ich sitze hier mit ihrem Kissen in der Hand.

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Schatten der Vergangenheit III

7. November 2009 at 22:36 (Uncategorized) (, , , , , )

Ich erschrak natürlich und drehte mich um. Frau Breitenbach stand mit verschrecktem Gesicht da und starrte mich an. Herr Breitenbach schaute mich mit einem Seltsamen Blick an, von dem ich nicht sagen konnte ob er Freude, Überraschung oder Entsetzen war.
„Natascha?“ flüsterte er und sah mich fragend an.
Mein Pullover muss mir beim bücken hochgerutscht sein so das sie die unteren Ansätze meines Phoenix erkennen konnten. Frau Breitenbach setzte sich auf einen Stuhl am Küchentisch und sah abwechselnd zu mir und zu ihrem Mann.
„Ja“ antwortete ich leise und den Blick zu Boden gerichtet. „Ja, ich bin Natascha.“
Herr Breitenbach kam auf mich zu und streckte mir seine Hand entgegen. Komm setz Dich kleines. Ich setzte mich und Herr Breitenbach setzte sich neben seine Frau.
„Warum…? Wie hast du uns gefunden?“ fragte er wohl nur um irgend etwas zu sagen.
„Ich habe heraus gefunden das sie mich einmal Adoptieren wollten. Ich muss meine Eltern finden und ich hoffte das sie mir helfen könnten.“

Wir saßen noch lange beieinander. Als Herr Breitenbach mich schließlich zurück fuhr zu Lissis Haus, wurde es gerade wieder hell. Zum Glück war Lissis Vater noch nicht aufgestanden, und ich konnte mich unbemerkt wieder ins Haus schleichen.
Die Breitenbachs erzählten mir, das ich schon einige Wochen bei ihnen war, und sie sich inzwischen sicher waren mich behalten zu wollen, als sie eines Nachts von meinen Schreien geweckt wurden. Als sie in mein Zimmer laufen wollten, fanden sie es Lichterloh brennend vor. Sie sahen noch 2 Gestalten aus dem Fenster springen und einen Mann in der Ecke stehen und schluchzen. Sie löschten mein Zimmer und fanden mich unversehrt in den verkohlten Überresten meiner Wiege liegen. Der Mann in der Ecke floh während sie mein Zimmer löschten, doch er stellte sich später als mein Vater heraus. Er war in dieser Nacht aus der Anstalt geflüchtet. Wie ich es überlebt habe dort mitten in den Flammen zu liegen, konnte niemand erklären. Ich weiß natürlich warum. Feuer konnte mir nie etwas antun. Das erste mal wurde mir das richtig bewusst als ich im Internat in der Raucherecke stand. Ich rauche nicht, aber ich habe es mal versucht. Natürlich kam gleich eine Lehrerin als ich die Zigarette in der Hand hielt. Vor Schreck hielt ich sie in meiner geschlossenen Faust versteckt. Es wurde heiß, doch ich widerstand dem Drang die Faust zu öffnen. Ich hatte erst einen Tag zuvor einen Verweis wegen einer Nichtigkeit bekommen, ich wollte nicht riskieren noch mehr Ärger zu bekommen. Als die Lehrerin wieder ging, öffnete ich meine Faust und die Zigarette glomm noch immer. Doch meiner Hand war nichts anzusehen. Keine Brandblase, keine Schmerzen, nichts. Natürlich gab es schon vorher Anzeichen, aber erst da wurde es mir zu hundert Prozent bewusst und ich probierte es noch an dem Abend aus. Ich stellte Kerzen auf und hielt meine Hand über die Flammen bis die Kerzen komplett abgebrannt waren. Es war absolut nichts zu sehen.
Nun ja auf jeden Fall gaben die Breitenbachs mich nach einigem überlegen zurück. Herr Breitenbach sagte am nächsten Tag sei ein Mysteriöser Mann in seine Praxis gekommen und habe zu ihm gesagt, das ich bei ihnen in großer Gefahr sei, und ich an einen sichereren Ort gebracht werden müsse. Als sichereren Ort nannte der Mann ein bestimmtes Kinderheim, das etwas abseits lag. Herr Breitenbach sorgte dann dafür das ich genau in dieses Heim kam, als sie mich zurück brachten. er nannte mir auch die Adresse der Anstalt in der meine Eltern sind. Ob das mein nächstes Ziel sein wird, oder doch eher das Heim, oder eine andere Adresse die er mir gab, die ich habe jetzt noch nicht nennen will, überlege ich noch. Es war ein sehr seltsames Gefühl dort bei den Breitenbachs zu sitzen. Ich hatte das Gefühl, das Frau Breitenbach richtige Angst vor mir hatte. Sie saß eigentlich die ganze Zeit nur am Tisch und starrte mich an ohne ein Wort zu sagen. Herr Breitenbach oder Klaus wie ich ihn nennen sollte, schien eigentlich richtig froh zu sein, das ich da war. Auf der Fahrt zu Lissi sagte er auch, das er sehr froh sei, das er wieder etwas von mir gehört hatte, und er nun, wo er weiß wo ich bin auch hin und wieder nach mir sehen will. Und tatsächlich heute Morgen bekam ich ein Päckchen. Das erste mal in meinem Leben bekam ich ein Päckchen. Es waren Süßigkeiten und ein paar Energy-Drinks drin, ich hatte ihm erzählt, das die hier verboten sind. Außerdem war ein kleines Mäppchen in dem Paket. In dem Mäppchen waren Fotos mit mir als Baby. Teilweise ich allein, aber auch 2 Fotos in den Armen der Breitenbachs. Auch die Adoptionsunterlagen waren in dem Mäppchen und die Zeichnung eines großen Mannes in Schwarzem Mantel mit Markanten seltsamen Gesichtszügen. Sein Gesicht war hager und fahl und ich erkannte ihn wieder. Es war der selbe Mann der in Münster mit mir im Bus gesessen hatte…

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Schatten der Vergangenheit II

6. November 2009 at 22:21 (Uncategorized) (, , , , , )

… Vor mir stand ein Mann. So Mitte vierzig würde ich sagen. Er ging scheinbar gerade mit seinem Hund spazieren, ein großer schwarzer Labrador. Ein sehr schöner Hund.
„Kann ich dir helfen?“, er guckte zwischen Mir und den Jungs die Straße runter, hin und her.
„Ähh. Nein ist schon alles ok. die sind Harmlos“ antwortete ich und wollte gerade weitergehen, als ich sah das ich schon direkt vor dem Haus stand zu dem ich wollte. Das Haus der Breitenbachs. Jetzt viel mir auch auf das der Mann gerade auf dem Weg durchs Gartentor war, als ich ihn angerempelt habe. Ich muss wohl in diesem Moment etwas irritiert geguckt haben, denn er fragte mich nochmal eindringlicher. „He. Ist wirklich alles in Ordnung? Was machst du überhaupt um diese Zeit noch hier?“ Er drückte mir seinen Regenschirm in die Hand und ging durchs Gartentor. „Warte kurz hier.“
Ich war Unsicher was ich machen sollte. Wenn das hier das Haus der Breitenbachs ist, und dieser Mann hier wohnt, dann muss er Herr Breitenbach sein. Nach einem Mehrfamilienhaus sah mir das nicht aus.
Es war eine weiße Villa. Naja Villa kann man nicht wirklich sagen, aber ein relativ großes Haus mit einem Erker, oder wie man das nennt, und großen Fenstern. „Hier hätte ich also Leben können?„, dachte ich
Da kam der Mann den ich für Herrn Breitenbach hielt auch schon wieder raus, und in der Tür stand eine Frau.
„Das ist meine Frau Nicole. Du kannst gerne einen Moment herein kommen und Dich bei einem warmen Kakao aufwärmen.“
Ich zögerte. „Ich, ich bin nicht weggelaufen falls sie das denken“ stotterte ich etwas unsicher vor mich hin. „Nicole hat er gesagt. Nicole Breitenbach, also wird er Klaus Breitenbach sein. Ich bin tatsächlich richtig. Und nun werde ich auch noch direkt hereingebeten.“ So einfach hatte ich mir das nicht vorgestellt. Andererseits war ich sehr verunsichert. Trotz alledem waren das Fremde, und ich ein zwölfjähriges Mädchen allein in einer unbekannten Stadt. Aber Lissi wusste ja wo ich bin und schließlich bin ich genau aus diesem Grund hierher gekommen, um die Breitenbachs kennen zu lernen.
„Nein, das sagt doch keiner. Aber du bist… Zwölf? Dreizehn?“.
„Dreizehn“ log ich.
„Dreizehn Jahre alt und irrst hier in strömenden Regen durch die Stadt. Das können wir uns nicht ansehen. Wärme Dich doch wenigstens kurz auf und warte bis der Regen weniger wird. Ich tue Dir schon nichts, deshalb habe ich ja extra meine Frau raus geholt.“ Er schaute zu seiner Frau rüber und sie winkte uns herein. Ich folgte ihm.
Drinnen legte ich meinen Mantel ab und die Frau gab mir ein Handtuch, damit ich meine Haare trocknen konnte.
„Danke Frau Breitenbach“ sagte ich schneller als mir einfiel das sie sich noch garnicht vorgestellt hatten.
„Habe ich mich schon vorgestellt?“ sagte Herr Breitenbach halb mich, halb sich selbst fragend.
„Ähh. Ich glaube nicht. Das Schild draußen…“ räumte ich ein.
„Oh. Du bist ein sehr aufmerksames Mädchen. Komm mit in die Küche. Nicole hat schon Milch warm gemacht.“
Frau Breitenbach stand mit einem Tablett mit drei Tassen dampfendem Kakaos in der Küche. Als wir rein kamen fiel ihr ein Löffel vom Tablett und ich bückte mich um ihn aufzuheben. Plötzlich hörte ich einen erstickten Schrei und das Laute klirren von Porzellan auf Fliesen. direkt vor mir zersprangen die Kakaotassen in tausend kleine Stücke und der warme Kakao ergoss sich über den Fußboden….

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Schatten der Vergangenheit

3. November 2009 at 20:43 (Uncategorized) (, , , , , )

So, ich war am Wochenende bei den Breitenbachs und habe einiges heraus gefunden. Aber ich fange am Anfang an.

Am Samstag Abend haben wir noch einen Film gesehen. Ich weiß aber schon nicht mehr welchen weil ich mit den Gedanken schon ganz woanders war. Gegen 22:00 Uhr sind wir dann „ins Bett“ gegangen. Wir haben ca. eine halbe Stunde gewartet und sind dann durch Fenster raus geschlichen. Lissi´s Zimmer ist im 1. Stock aber ihr Fenster ist direkt über dem Garagendach, deshalb war das kein Großes Problem. Wir sind also raus und haben uns auf der Rückseite der Garage im Garten runter gelassen. Mensch war das Kalt, und zu Nieseln fing es auch noch an.
Dann hat Lissi mich zu einer nahen Bushaltestelle geführt. Ich sagte ihr ich wolle nicht das sie mitkommt, weil ich sie so zu sehr in Schwierigkeiten bringen würde. Außerdem konnte sie so besser darauf achten, das ihr Vater nichts merkt.
Nach etwa 10 Minuten kam der nächste Bus. Lissi hat mir gesagt wo ich wieder aussteigen muss. Ich fuhr also etwa eine halbe Stunde in dem Bus bis zur anderen Seite der Stadt. Das hätte eigentlich bestimmt nur 10 Minuten gedauert, aber der Bus hat ja an jeder Mülltonne angehalten. Zwei Reihen vor mir saß ein Seltsamer Mann in schwarzem Mantel, der immer wieder zu mir rüber geschielt hat. Er meinte bestimmt, ich hätte das nicht bemerkt, aber ich habe ein Gespür für so was. Er ist dann auch an der selben Haltestelle ausgestiegen wie ich. Da war mir schon ziemlich mulmig zu Mute. Inzwischen hat es richtig zu regnen angefangen. Ich musste hier nur die Straße runter und dann an einem Fahrradladen rechts, hatte Lissi gesagt. Ich blieb jedoch erstmal kurz in der Bushaltestelle stehen und wartete in welche Richtung der seltsame Mann gehen würde. Er sah sich zuerst etwas suchend um und ist dann die Straße runter in die Richtung in die ich auch musste. Jetzt hatte ich natürlich noch mehr Angst. Was wenn der sich da irgendwo hinter einem Busch versteckt hat? Hier war es ziemlich Dunkel und Menschenleer. Straßenlaternen gab es nur ganz wenige in dieser Gegend und die meisten flackerten die ganze Zeit. Aber mir war kalt, ich war nass und ich musste u den Breitenbachs. Ich schaute mich noch kurz um und dann schloss ich die Augen und konzentrierte mich auf meinen Phoenix. Er wurde warm und trocknete wenigstens meinen Pullover. Ich nahm meinen Mut zusammen und ging die Straße entlang. plötzlich hörte ich von der Seite ein Rascheln im Gebüsch. Ich zuckte zusammen und sprang zur Seite auf die Straße auf der mich beinahe ein Bulli überfahren hätte. Hupend fuhr er an mir vorbei, als zwei Jugendliche aus dem Gebüsch hervor kamen.
„He kleine!“ rief einer der beiden. „Wo willst Du denn hin?“
„Zu meinem Freund“ antwortete ich. Ich dachte mir, das wäre die beste Antwort um Probleme zu vermeiden.
„Wo wohnt er denn dein Freund?“, fragte der andere mich und kam auf mich zu.
Ich beschleunigte meinen Schritt, aber versuchte keine Angst zu zeigen. Das hat wohl nicht geklappt, denn die beiden Grinsten mich schief an.
„Gl.. Gleich da vorne“ stotterte ich. Ich fing an zu laufen und lies sie nicht aus den Augen, aber die Jungs liefen mir nicht nach. Sie fingen nur Dumm an zu lachen, die Arschlöcher. Plötzlich lief ich gegen etwas. Als ich mich umdrehte, merkte ich das es nicht etwas, sondern jemand war……

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Zurück

1. November 2009 at 20:29 (Uncategorized) (, , , , , )

Ich bin wieder im Internat. Nur soviel: Ich habe die Breitenbachs getroffen, jetzt aber grad keine Zeit. Ich werde genaueres schreiben, sobald ich Zeit dazu habe.

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Bei Lissi

31. Oktober 2009 at 14:27 (Uncategorized) (, , , , , )

Heute morgen wurden wir von Lissis Vater abgeholt. Nun bin ich bei ihnen in Münster. Sie haben ein sehr schönes Haus, mit einem schönen großen Garten. Als Lissis Mutter noch gelebt hat, waren sie bestimmt alle zusammen sehr glücklich hier.
Vorhin haben wir gemeinsam Mittag gegessen. Es gab Pizza, natürlich hat ihr Vater nicht soviel Zeit richtig zu kochen, aber das war mir ganz Recht. Pizza gibt es selten im Internat.
Jetzt muss ich als nächstes rausfinden, wie ich zu den Breitenbachs komme. Sie wohnen leider etwas außerhalb und natürlich genau auf der anderen Seite der Stadt. Ich werde also einige Zeit unterwegs sein. Ich bin mir noch unsicher ob Lissi mir dabei helfen soll, oder ob ich mich heute Nacht wegschleiche. Ohne sie habe ich sehr viel schlechtere Chancen, immerhin kennt sie sich hier aus, aber wenn ich sie mit nehme wird sie auch den Ärger bekommen, wenn wir erwischt werden.
Ich habe vorhin mal bei den Breitenbachs angerufen. Es ging ein Mann ans Telefon und meldete sich mit „Breitenbach“.Sie sind also zumindest schon mal zu Hause. Ich bin ganz schön nervös. Ich hoffe sie lassen mit sich reden und rufen nicht gleich beim Internat an. Naja eigentlich dürften sie ja nicht mal wissen wo ich gerade bin. Das ist ja schon eine Ewigkeit her, das ich bei ihnen war. Ich grüble schon die ganze Zeit darüber nach, was ich ihnen sagen soll, aber mir fällt einfach nichts ein.
„Hallo ich bin Natascha, sie haben mich vor 8 Jahren versucht zu Adoptieren“ ist wohl das was man „mit der Tür ins Haus fallen“ nennt. Aber manchmal ist das ja auch das beste. Mal sehen…

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Ich werde zu Lissi gehen

25. Oktober 2009 at 23:16 (Uncategorized) (, , , , , )

Lissi hat ihren Vater angerufen, und ihn darum gebeten, das ich am Wochenende mit zu ihnen nach Hause kommen darf. Wie erwartet fand er die Idee nicht so toll, aber Lissi hat all ihre Überredungskünste eingesetzt und an das Soziale Gewissen ihres Vaters appelliert. Das ist wohl seine Schwachstelle. Es ist ihm wichtig was die Leute von ihm halten, und wenn seine Tochter einer unterprivilegierten Göre wie mir hilft die Schule zu meistern, das ist das wie Balsam für seine Seele. Ich denke nicht das er ein Typ ist der dann damit hausieren geht, aber für ihn selbst scheint das wichtig zu sein. Er achtet immer darauf sich nicht abfällig über andere Menschen zu äußern, auch wenn man ihm ansieht, was er von ihnen hält. Ich glaube Erwachsene kann man in zwei Gruppen teilen. Die mit einem Gewissen und die ohne. Die mit einem Gewissen kann man zumindest noch für manches gebrauchen, wenn man weiß wo ihre Schwachstellen liegen. Bei denen ohne Gewissen muss man vorsichtiger sein. Die meisten mit Gewissen sind aber trotzdem nicht bereit wirklich etwas zu Opfern, sie bauen so hohe Mauern um sich auf, das sie es sich selbst gegenüber schon als Heldentat verkaufen können, wenn sie die nicht ganz gesellschaftskonforme Freundin ihre Tochter bei sich übernachten lassen. Aber zu echten Opfern ist kein Erwachsener bereit. Die ganzen Jugendarbeiter die ich schon in meinem Leben getroffen habe, machen ihren Job auch nur für sich selbst, wenn sie merken bei einem Kind ist kein Erfolg zu erzielen dann brechen sie die Bemühungen ab. Entweder man spielt nach ihren Regeln oder man spielt nicht mit.
Klar, manche Erwachsene sind auch nett, wie z.B. Herr Freisich, aber das ist auch nur so, weil es ihnen zufälligerweise Befriedigung verschafft als Nett angesehen zu werden.
Ach ich schweife ab. Lissi´s Vater ist ja soweit ganz OK. Zumindest weiß ich wo ich bei ihm dran bin. Ich freue mich auf jeden Fall auf nächstes Wochenende, auch wenn ich etwas nervös bin.

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Lissi ist die Größte

25. Oktober 2009 at 00:06 (Uncategorized) (, , , , , )

„Du Lissi, ich muss mit dir reden.“ Ich setzte mich neben sie aufs Bett wo sie gerade die Hausaufgaben machte. Sie legte ihre Sachen beiseite und sah mich erwartungsvoll an.
„Dein Vater wohnt doch in Münster, ich muss da unbedingt hin um etwas herauszufinden.“
„Zu meinem Vater?“, fragte sie leicht irritiert.
„Wie ist egal, Hauptsache nach Münster. Ich habe eine Adresse von einem Paar das mich mal adoptiert hat, und ich möchte mehr über meine Eltern herausfinden. Ich war als kleines Kind eine Weile bei denen. Breitenbach heißen die.“ Erwartungsvoll schaute ich Lissi an.
Sie zögerte und antwortete dann „Puh. Mein Papa mag Dich nicht wirklich. Er meint du hättest einen schlechten Einfluss auf mich. Er ist eigentlich ganz nett, aber 12 jährige Mädchen die mit zerfransten Klamotten rumlaufen sind ihm suspekt.“
„Ich weiß ja, das er mich nicht mag. Aber meinst du nicht er würde sich überreden lassen, wenn du ihn gaaanz lieb fragst?“ Ich setzte meinen Hundeblick auf und nahm ihre Hand.
sie lächelte, „Ja, ich denke schon. Ich werde ihn morgen anrufen und fragen ob du nächstes Wochenende mitkommen kannst. Ich denk mir einen guten Grund aus. Ich werde ihm sagen das wir Montag eine Arbeit schreiben und ich dir beim lernen helfen will. Da wird er schlecht nein sagen können.“
„Danke, Schatz“ sagte ich sie umarmend.

Lissi ist wirklich die beste. Auf sie kann ich mich immer verlassen. Das ihr Vater nicht auf mich klarkommt ist auch kaum verwunderlich. Lissi ist ein durch und durch ordentliches Mädchen. Sie ist sehr gut erzogen, achtet darauf keine Dinge zu tun oder zu sagen mit denen sie andere verärgern oder schockieren könnte und sieht immer aus als würde sie zu einem Casting für vorbildliche Töchter gehen. Ich laufe nur Schwarz rum, bin vorlaut und geb auch nichts drum mich gewählt auszudrücken.
Aber so übel kann er nicht sein, immerhin hat er zugesagt, das seine Tochter mit mir in ein zimmer kommt, obwohl die Erzieher im gesagt haben, wie ich so drauf bin.
Hoffentlich klappt das. Das nicht nur, das ich dann die Chance habe die Breitenbachs zu besuchen, es wäre auch das erste mal das ich außerhalb von Schulausflügen hier raus komme.

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Peinlichkeiten und Einzelheiten

22. Oktober 2009 at 22:59 (Uncategorized) (, , , , , )

Oh man war das heute Peinlich. Ich hatte natürlich gleich zur ersten Stunde Heute bei Herrn Freisich. Ich konnte mich die ganze Zeit garnicht auf den Unterricht konzentrieren, weil ich mit mir gehadert habe ob ich ihm sagen soll, das da nichts ist zwischen Martin und mir. Mir viel aber nichts ein, was ich als Grund für unseren „Ausflug“ hätte sagen sollen, was er mir auch geglaubt hätte.
Jedenfalls hab ich Martin heute erstmal ein Dickes Eis ausgegeben….. Und wer kam vorbei geradelt als wir da in der Eisdiele saßen? Natürlich: Herr Freisich. Er hat uns gegrüßt und Martin nochmal so komisch angesehen. Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken. Aber als er vorbei war, fing Martin plötzlich laut an zu lachen.
„Ach Phoenix“, sagte er. „Lass ihn doch denken was er will. Mach dir mal keine Sorgen.“
„Bist du sicher“, fragte ich ihn unsicher.
„Klar. Es ist doch wahr. Ich liebe dich!“ Er sah mich erwartungsvoll an. Ich muss ziemlich blöde geguckt haben, so wie er dann anfing zu Grinsen während er mir sein Eis mitten ins Gesicht drückte.
„Wie meine kleine Schwester!“ setzte er nach.
Ich weiß nicht warum, aber in dem Moment wurde mein Phoenix für einen Augenblick gleißend heiß. Ich stand auf und wollte gehen. Aber dann nahm ich mein Eis und warf es Martin ins Gesicht. Irgendwie hat mich seine Aussage verletzt, ich weiß nicht warum.

Nun, eigentlich wollte ich euch ja von den Details erzählen die ich gestern Nacht rausgefunden habe.
also mein Geburtsdatum ist geschätzt. Habt ihr sowas schon mal gehört? In der Akte stand, das meine Eltern die Schwangerschaft mit mir scheinbar geheimgehalten haben. Niemand in ihrem Bekanntenkreis wusste überhaupt das es mich gibt. Meine Großeltern haben mich 2 Wochen zu sich genommen, mich aber danach wieder weggegeben, so das ich im Heim bleiben musste. Als Baby oder Kleinkind war ich noch ein paar mal bei Adoptiveltern zur Probe, aber die haben es alle nicht lange mit mir ausgehalten. Bei einem Paar stand der Name dabei. Klaus und Nicole Breitenbach. Bei ihnen war ich sogar ein paar Monate. Aber angeblich ist eines Tages mein Vater bei ihnen eingebrochen und hat versucht mich zu entführen. Der ist tatsächlich aus der Anstalt geflohen um mich zu suchen.
Ich habe jetzt auch die Adresse der Anstalt in der meine Eltern sind. Aber ich kann und will da nicht einfach so auftauchen. Mein erstes Ziel werden die Breitenbachs sein. Ich muss wissen was da damals vorgefallen ist. Vielleicht wissen sie ja etwas mehr, immerhin haben sie es ein paar Monate mit mir ausgehalten, und das in der ganzen Zeit nie etwas mit meinem Phoenix passiert ist, kann ich nicht glauben. Jetzt muss ich Lissi doch noch einweihen. Die Breitenbachs wohnen in Münster. Die einzige Möglichkeit für mich da hin zu kommen ohne offensichtlich wegzulaufen ist über Lissi. Sie muss ihren Vater überreden, das ich mal ein Wochenende mit kann.

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